Uwes Lyricon
Uwes Lyricon

Annäherung an Stilleben von Paul Klee

 

Kein Stundenglas,

keine abgebrannte Kerze,

kein Gammelobst,

kein gestreckter Hase.

 

Stattdessen

zwei bunte Scheiben,

sich gegenüberliegend,

in einem dunklen Chaos,

voll finsterer Signaturen.

 

Nur ein Orangenmond

gibt Licht. Die Sonne,

tiefrot sich verdunkelnd,

ist in die Ecke verbannt.

 

Jene dort, die bunten Vasen,

zum Teil noch Blumen fassend,

stehen ernst, eng und dicht gedrängt,

auf dunklem wackligen Grund.

 

Einer grüßt Frau Luna,

die sich stets erneut verzehrende

und sich stets erneut vollendende. Sie

beschwingt den schwungvoll Grüßenden: Inspiration.

 

Die beiden hiesigen, auf der anderen Scheibe ,

die grüne Kaffeekanne

und die graue Skulptur,

stehen frei und sicher.

 

Zu ihren Füßen

Blumen, bunte,

in großer Zahl,

auf hellem Boden

liegend.

 

 

 

 

Auch sie sind dem Mondzauber zugwandt,

doch werden sie noch inspiriert?

Fast scheints als hätten die beiden

auch jene anderen anvisiert,

um ihnen über den finstren Abgrund hinweg,

einen lieben, fast fröhlichen

aber letzten Gruß zuzuwinken.

 

Lux mendata, trügerische Luna,

sind's nicht auch jene ernst vor dem Abgrund

sich Zusammendrängenden,

die hier zum Abschied erscheinen ?

 

Aber nur ein heller Engel,

ein freundlich Dienender,

jedoch in sich gekehrter,

alles fassender, sich alles merkender,

vermag jene Finsternis zu überwinden.

 

Wen dieser Engel findet,

der kann nicht nur getröstet,

über den dunklen Abgrund hinweg,

auf die immer noch Geliebten

auf der anderen Seite sehen,

sondern sie dazu auch noch verstehen.

 

 

 

 

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