Ich bin
von den Pharisäern und dem Mob
aus den Armen meines Geliebten
gerissen worden.
Schau auf meine Kleider:
sie sind zerrissen
und meine Hände
sind unfähig und zu klein,
meine Scham zu bedecken,
vor Dir und den anderen.
Ja,
...ja ich bin eine Sünderin,
weil ich mich
der Liebe eines anderen Mannes
hingegeben habe,
weil mich nach Liebe dürstete.
Mein Mann,
den Du dort
im mich bedrängenden Mob
sehen kannst,
ist unfähig
zur Zärtlichkeit,
zur Zuwendung
und zur Liebe.
Ja,
ich dürstete
und vermochte nicht zu widerstehen,
zuzugreifen
als das lang Entbehrte
so köstlich und lockend
sich darbot.
Dafür
muss ich nun büßen.
Sieh,
sie halten schon
die Steine in den Händen,
den Leib,
die Sinne
und die Seele
mir zu zerschlagen.
Ihre sogenannte
Gerechtigkeit,
ist blind
für mein Schicksal.
Und ihr Urteil
ist einseitig
und ungerecht,
weil es
meinen Mann nicht
und meinen Buhlen
auch nicht trifft,
sondern nur mich allein.
Du aber
wirst von allen
der Sohn Gottes genannt.
Wahrhaft gerecht
bist nur Du allein.
In Deine Augen schauend,
erkenne ich nur Sanftmut.
Höre nicht auf meine Peiniger.
Ich flehe Dich an.
Du habest
Dich bislang,
sagt man,
um viele Bedürftige
besorgt gezeigt
und Dich
um ihre Heilung
und um ihr Seelenheil
verdient gemacht.
Ich,
die Verachtete,
Verlästerte
und Verlassene,
erfahre nun
Deine Achtung,
Deine Sorge auch
um mich
und Deinen Beistand,
wohltuend
wie das Heilöl
auf einer lang schwärenden Wunde.
Wohltuend auch,
dass Du die Sünde
nicht allein auf meiner Seite
sondern auch aufseiten
der mich bedrängenden Gemeinen
erkannt hast.
Das ist so gut.
Darum:
was gelten mir
die Augen der Anderen
noch länger,
wenn ich nur
vor Deinen Augen
noch bestehen will?
In ihrem Glanz allein
möchte ich mich spiegeln
immerfort
und von der Wärme Deines Blickes
zehren jeden Tag.
Auch wenn Du nun
anderen Dich zuwenden musst,
so weiß ich doch
Dich nah bei mir.
Und beten werde ich
jeden Tag
für Dich,
will lobpreisen Dich
mit reinem Herzen.
Aber
ich bete auch für mich.
So weiß ich
sicher,
dass mir Deine Liebe
nie mehr und niemals
versiegt.
Dürsten werde ich nimmer.