Die Krone eines riesigen Magnolienbaums
erhaben Schatten spendend in der Mitte dieses Gartentraums.
Ihm zu Füßen breiten bunte Blumen tausendfach sich aus,
vor dem dunklen Hintergrund aus Rhodendronhecken,
in deren Dunkel sich die Katzen gern verstecken.
Dahinter groß und dennoch schlicht... ein Bauernhaus,
ganz aus rotem Klinker, alt,
wohl vor mehr als hundert Jahren so gebaut.
Wieviel tausend Mal hab ich diesen Garten wohl gesehen?
Mich jedes Mal daran erfreuend, einfach im Vorübergehen.
Auch die Witwe sah ich dann und wann, hier allein wohl wohnend
hingegeben an den großen Garten und sich selbst nicht schonend.
Jahrzehnte voller Arbeit hatten ihr den Rücken schon gekrümmt,
das Leben gibt, das Leben nimmt.
Bartstoppeln verunzierten gelegentlich ihr Gesicht.
Doch was wog das alles gegen diese große Pflicht?
Seit dem letzten Jahr nun bleiben die Jalousien am Haus verschlossen
zwischen der Blütenpracht ist so manches Wildkraut hochgeschossen.
Die Pflegerin des Gartens ist vielleicht erkrankt,
vielleicht auch ist sie schon verstorben.
Ich hätte ihr so gerne noch gedankt.
Geht der Garten nun auch hin:
die Erinnerung bleibt unverdorben