Uwes Lyricon
Uwes Lyricon

Sommer

 

 

 

Hitzeflirrender Aspahlt

anhaltend starke Transpiration

und höllischer Durst:

Wasser bitte, möglichst kalt.

 

Die dösige Mittagszeit:

wer sich's leisten kann

verweilt unbewegt im Schatten

unterm Sonnenschirm ein kleine Ewigkeit.

 

Nahezu rein, am Himmel der Azur

ganz ohne Geräusch

zieht in großer Höhe

lediglich ein Düsenjet seine Spur.

 

In der Ferne knattert ein Moped vorbei

Vehikel einer kühlenden Fahrtwindorgie

dann wieder insektenvibrierende Stille,

ein dem Gehör angenehmes Einerlei.

 

Die Sünden wiegen nicht viel um diese Zeit

solange sie uns unbeweglich lassen,

man ist schwerlich zu einer Tat

und schon gar nicht zu einer Untat bereit.

 

Im Bestreben möglichst wenig zu schwitzen,

geht der Wunsch nur nach einem:

hier auf der Terrasse weiterhin

ungestört und ruhig zu sitzen.

 

Ich fühle mich ausgenommen

von allen Pflichten.

Alles scheint nun egal zu sein.

Weit und breit, ist niemand, darüber zu richten.

 

Ach, wie herrlich ist diese Illusion,

der Sommer verheißt paradiesische Dauer,

den ganzen Tag und alle Tage Wohlergehen,

schattig,

frei von jeglichen Skrupeln oder Trauer.

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