Susi liebt ihr Hamsterrad
Damit geht sie täglich
wie sie meint
auf große Fahrt.
Das Leben, denkt sie,
gewänne so an Schnelle.
Und so tritt sie
frohgemut und heiter,
weiter, immer weiter.
Erst spät wird sie gewahr
sie tritt bloß auf der Stelle.
Doch ach das Rad
es dreht sich immer noch
und schneller immer schneller.
In Susis Leben ist das Rad
und nicht sie selbst der Hauptdarsteller.
Das Treten ist ihr nun beschwerlich
doch sie kann nicht anders mehr.
Ein Leben ohne Rad? Wie das wohl wär?
Susie schaudert vor dem abwegigen Gedanken.
Am Ende nutzlos
speit das Rad in hohem Schwung sie aus.
Susi gehöret nun, und das erkennt sie voller Graus
zu den Behinderten, den Siechen und den Kranken.
Nein, Susi ist doch von ganz anderer Art:
mythenschwanger und
voller Sehnsucht zählt für sie nur eins:
ihr Rad.