Mit großer Gebärde wird vor uns ausgebreitet
was Verheißung ist auf Wachstum und Freude.
Vor unserer Phantasie ein Wunschgebäude
das verführerisch und wie von selbst unser Verlangen leitet.
Herz und Augen verlieren sich an manch glänzend' Stück.
Hin und wieder folgt tatsächlich d'rauf ein Glück.
Doch wähnt man sich nicht eben selten
ernüchtert und sogar enttäuscht. Welten
liegen nun zwischen uns und dem erhofften Glück.
Wir gelangen nie mehr hin, aber auch nicht an unsren Ausgangspunkt zurück.
Die Tugend ist nur schwer zu halten
und manches Laster bleibet lästig wie ein Leiden, ohne Freud.
Und die Wahl uns'rer Lieben, wir kennen längst auch hier
Enttäuschung und Schmerz, wie oft hat sie uns nicht schon gereut?
Keinesfalls unverändert überdauern unsere alten
Gefühle die Zeit. Von nun an kränkeln wir:
Denn jetzt noch ein Mal sich dafür entscheiden:
für die überkommene Liebe, ist eine schwere Wahl.
Dagegen sein ist ebenfalls eine .Und dazwischen bleiben
sich nicht entscheiden ist auch eine Wahl.
Und ein jeder von uns weiß
einerlei, wie wir uns halten, jegliches hat seinen Preis.
Und wir kränkeln so, weil wir schachern ,weil wir Rücksichtnahme walten lassen,
und keinen Mut mehr haben offen und verschwenderisch zu lieben oder zu hassen.
In ängstlicher Vorsicht bleiben wir stehen,
unfähig über Skepsis und Selbstzweifel hinweg einen Ausweg zu sehen.
Unsere Verhältnisse haben uns korrumpiert
und so enden wir folgerichtig moralisch verkrüppelt und frustriert.